Die optimale Sprechstunde

In der Sprechstunde sollte es nicht nur um Messwerte und Medikamente gehen. Nutzen Sie die Sprechstunde auch, um Ihren Arzt, die MS-Nurse und andere Gesundheitsberater darüber auf dem Laufenden zu halten, wie Sie sich fühlen – das ist wichtig um sicher zu stellen, dass Ihre Behandlung optimal verläuft. Genauso ist die Sprechstunde ein Forum für Sie, um Fragen zu stellen, Ereignisse zu erörtern, Erfolge der Behandlung festzuhalten oder Bedenken zu äußern.

Verstehen Sie aber auch, dass Ihr Arzt häufig aufgrund hoher Patientenzahlen nicht unbegrenzt Zeit für Sie haben kann. Deshalb finden Sie im Folgenden nützliche Tipps, um das Gespräch mit Ihrem Arzt möglichst effektiv zu führen und das Beste herauszuholen:

Im Voraus planen

Nutzen Sie die Wochen zwischen den Terminen und notieren Sie sich jede Frage und alle Beobachtungen, die Sie im Zusammenhang mit der Behandlung machen. So denken Sie beim nächsten Termin an alles, was Sie fragen und besprechen wollten und geben Ihrem Arzt einen umfassenden Einblick, wie es Ihnen geht.

Planen Sie auch den Termin selbst: seien Sie schon etwas früher da, sodass Sie noch ein paar Minuten Zeit haben, um im Wartezimmer Ihre Gedanken zu sammeln und sich vielleicht Notizen für das Gespräch zu machen.

Einen Freund mitnehmen

Nehmen Sie doch einen engen Freund, eine Freundin oder ein Familienmitglied zum Termin mit! Denn vier Ohren hören mehr als zwei. Ihr Partner oder ein Freund/eine Freundin bietet moralische Unterstützung und kann Ihnen helfen, eventuelle Nervosität zu dämpfen. Außerdem kann Ihre Begleitung für Sie mitschreiben, sodass Sie sich selbst ganz auf das Gespräch mit dem Arzt oder der MS-Nurse konzentrieren können. Nach der Sprechstunde haben Sie dann einen zusätzlichen „Informationsspeicher“: Sie können gemeinsam durch die Aufzeichnungen gehen und darüber sprechen, was während des Arzttermins erörtert wurde.

Notizen machen

Nehmen Sie immer ein Notizbuch und einen Stift mit, um die Antworten auf Ihre Fragen zu notieren. So können Sie weitere neue oder interessante Punkte festhalten.

Fragen stellen

Trauen Sie sich, Fragen zu stellen und bitten Sie um Klarstellung, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Durch Ihre Fragen werden Sie nicht nur mehr über die Erkrankung und ihre Behandlung erfahren, sondern auch Vertrauen aufbauen und Antwort für Antwort das Gefühl bekommen, Ihre Behandlung besser unter Kontrolle zu haben. Weitere Tipps und Ratschläge zum Umgang mit Ihrem Arzt finden Sie auch hier.

Um mehr Zeit bitten

Nehmen Sie sich Zeit. Wenn am Ende des Termins noch Fragen offen sind oder Bedenken bestehen, dann bitten Sie um mehr Zeit oder vereinbaren einen weiteren Termin. Eventuell ist auch eine Überweisung zu einem Kollegen Ihres behandelnden Arztes sinnvoll – zum Beispiel zum Gynäkologen, um Verhütungsfragen zu klären, oder zu einem Psychologen, um mit Ängsten besser umzugehen. Auch ein Ernährungsberater, der Ihnen hilft Ihre Ernährung zu optimieren, kann z.B. helfen, dass Sie sich besser fühlen. Wichtig ist, dass Sie jede Sprechstunde zufrieden und zuversichtlich verlassen und sich gut beraten fühlen.

Die Nerven bewahren

Wenn Sie vor einem Arzttermin nervös sind, überlegen Sie sich, wie Sie für etwas Entspannung sorgen können. Vielleicht helfen Ihnen Atemübungen, vielleicht aber auch, das Arztgespräch im Vorfeld mit einem Freund oder Familienmitglied durchzuspielen: Sie als Patient, Ihr Freund als behandelnder Arzt.

Versuchen Sie positiv zu bleiben und sich auf die Fragen zu konzentrieren, die Sie beschäftigen. Denken Sie daran, dass Ihr Arzt für all Ihre Fragen und Probleme da ist und immer Ihr Bestes möchte.
Es muss Ihnen auch nicht unangenehm sein, über Themen wie Verhütung oder Ihre seelische Verfassung zu sprechen und um eine entsprechende Überweisung zu bitten.